Di., 28. März
20.00 Uhr
Eintritt: 15,- / erm. 10,- Euro
Freie Platzwahl!


 

JOHANNES V. DOHNANYI, ASTRID KRAMER, HANS HELLER, ROSA HASSAN:

„Wächter der Lüfte“ -

szenische Lesung aus dem gleichnamigen

Roman der Schriftstellerin Rosa Yassin Hassan

 

In dem Roman „Wächter der Lüfte“ (2009) beschreibt die preisgekrönte syrische Schriftstellerin Rosa Yassin Hassan das Leben der Syrer schon vor dem Bürgerkrieg. Die Geschichte der Dolmetscherin Anat und des linken Untergrundaktivisten Dschawad zeigt das Räderwerk staatlicher Repression; Wie sehr Terror und Tod den Menschen und seine Seele verletzen - bis in die intimste Privatheit.

Ein Buch, das nichts an Aktualität verloren hat – gerade auch seit der von vielen Akteuren herbeigebombten Friedhofsruhe, die Viele so gerne als ersten Schritt hin zum Frieden sehen würden.

Rosa Yassin Hassan wird aus ihrem Werk lesen. Die Schauspieler Hans Heller und Astrid Kramer präsentieren ausgewählte Romanpassagen. Und schließlich diskutiert der Autor und Journalist Johannes von Dohnanyi mit der Autorin und dem Publikum.

 

 „Wächter der Lüfte“ führt das Publikum direkt in den syrischen Bürgerkrieg und seine Hintergründe und zeigt auf eindringliche Weise, was Menschen erleiden, die in das Räderwerk staatlicher Repression geraten. Wie sehr Terror und Tod die Körper und Seelen verletzen, bis in die intimste Privatheit. Im Mittelpunkt der ausgewählten Textpassagen des Romans steht Anat Ismail, eine junge Syrerin, die für die kanadische Botschaft in Interviews mit Flüchtlingen aus unterschiedlichsten Teilen des Nahen Ostens und Nordafrikas dolmetscht. Sie lernt Dschawad kennen, der, kaum dass die beiden ein Paar geworden sind, verhaftet wird und als politischer Gefangener mehr als fünfzehn Jahre im Gefängnis verbringt. Doch nach seiner Entlassung wird beiden bald klar, dass die Zeit der erzwungenen Trennung tiefgreifende Spuren und seelische Wunden hinterlassen hat. Fatalerweise gelingt es ihnen nicht, diese Veränderungen

und die neu entstandenen Bedürfnisse zur Sprache zu bringen, um sie zu überwinden. Nachdem jeder neue Tag die Kluft zwischen dem Paar größer werden ließ, stellt Dschawad seine schwangere Frau eines Tages vor die Wahl: Entweder kommt sie mit ihm nach Europa und wird selbst zur Asylbewerberin - oder sie bleibt alleine zurück.

Die Romanschriftstellerin Rosa Hassan, die beiden Schauspieler Hans Heller und Astrid Kramer sowie der Moderator Johannes v. Dohnanyi suchen die Begegnung mit dem Hamburger Publikum, denn wir wissen wenig über die vielen Syrerinnen und Syrer, die zu uns gekommen sind und noch kommen. Die szenische Lesung mit professionellen Schauspielern wird zu einer Brücke zwischen der fremden Literatur und Kultur und dem deutschem Zuhörer. Rosa Hassan selbst liest Passagen aus ihrem Text auf Arabisch, so daß auch der Klang der arabischen Sprache, die Mimik und Gestik für die Zuschauer spür- und hörbar werden.

Szenen und Texte werden durch das interkulturelle Team emotional erfahrbar gemacht und erreichen ein gemischtes Publikum. Die Lesung gibt nicht nur Einblicke in die literarische und politische Welt von Rosa Hassan. Sie will bewusst provozieren und Fragen und vorgefertigte Meinungen ansprechen, die in dem sich anschließenden Gespräch mit der Autorin aufgegriffen, behandelt und beantwortet werden. Im abschließenden Teil der szenischen Lesung findet ein moderierter Dialog zwischen der Autorin und dem Publikum statt. Das Format soll Menschen erreichen, die sich mit Fragen zum Syrienkrieg und ganz konkret mit Themen wie Flüchtlingsintegration und anderen beschäftigen. Nicht theoretisch-politisches Wissen, sondern Erkenntnisvermittlung und Verständigung über Gefühle stehen dabei im Vordergrund.

Das Projekt ist gefördert durch die Kulturbehörde Hamburg.