Mi., 30. Mai
20.00 Uhr
Eintritt:
15,- / erm. 10,- Euro
Freie Platzwahl!

 

 

TOBIAS GINSBURG: "Die Reise ins Reich" - Lesung

 

"Ein irrwitzig-wahnsinnig-komisches Buch über die weitverzweigte Sumpflandschaft der rechtsradikalen Reichsbürger. Tobias Ginsburg hat sich monatelang in ihrem ›gemeinsamen Nest aus Menschenverachtung‹ aufgehalten und erzählt als Literat und Aufklärer von dieser wahrhaft bedrohlichen Szene." Günter Wallraff

Die Reichsbürger – das sind verführte Irre und böse Verführer, Sektierer, Rechtsradikale und Hetzer hinter konservativer Fassade. Sie alle glauben an eine Weltverschwörung gegen das deutsche Volk und bekämpfen diesen vermeintlichen Feind.

Der jüdische Autor und Regisseur Tobias Ginsburg begibt sich für dieses Buch undercover unter Reichsbürger. Er besucht quer durch Deutschland verschiedene Gruppierungen, wird Untertan eines Königreichs, macht mit bei Plänen zum Sturz der BRD GmbH und für ein germanisches Siedlungsprojekt in Russland. Er lernt gewaltbereite Neonazis und friedensbewegte Esoteriker kennen, aber auch Biedermänner, von denen manche heute für die AfD im Bundestag sitzen.

"Die Reise ins Reich" ist Reportage, Sachbuch und aberwitzige Abenteuergeschichte zugleich. Sie liefert kuriose, komische und bedrückende Auskünfte über eine Bedrohung, die längst die Mitte der Gesellschaft erreicht hat.

Tobias Ginsburg, geboren 1986 in Hamburg, studierte Dramaturgie, Literaturwissenschaft und Philosophie an der Bayerischen Theaterakademie August Everding und der Ludwig-Maximilians Universität München. Seit seiner Studienzeit schreibt und inszeniert er Theaterstücke. Im Jahr 2007 debütierte er als Autor und Regisseur mit dem Stück Vergewaltigt. Danach war er als Dramaturg am Akademietheater, der Schauburg und in der freien Szene tätig. 2011 feierte sein Stück Nestbeschmutzung in der Reaktorhalle München Premiere. Den Jugendstückepreis 2015 erhielt das Theaterstück Weltenbrand, das er in Zusammenarbeit mit Daphne Ebner schrieb und an der Schauburg inszenierte. Es folgten weitere Arbeiten: Radikal. Monument der Verwesung im i-camp (2014), Goldland (2015) und im folgenden Jahr das Tanz- und Theaterprojekt Du und ich und das Meer dazwischen. Darüber hinaus war er 2016 Fellow des Hanse-Wissenschaftskollegs und ist Gründungsmitglied der Theatergruppe Fake to Pretend.