Fr., 2., Sa., 3. und Mi., 7. bis Fr., 9.12. · 20.00 Uhr
Eintritt: Eintritt: 15,-/erm.10,- Euro
Freie Platzwahl!


 

BECKETT- BECKETT- HACKS
SAMUEL BECKETT: "Ohio Impromptu" und "Rockaby"
PETER HACKS: "Die Höflichkeit der Genies"
MIT YURI BECKERS, TOMMASO CACCIAPUOTI, KAI HUFNAGEL.
Live- Musik: OLIVER RAU, Violine und das CANEA-QUARTETT
Bühnenbild: Gunter Schmidt, Frank Schmidt
Mit einer Einführung von HENNING VENSKE (Regie)

 

Der Abend mit drei kurzen Einaktern ist unbedingt sehenswert: eindringlicher kann Theater nicht sein() Nur eines kann man am Ende an diesem Abend aussetzen: Dass ihn so wenig gesehen haben. Ändern Sie das doch bitte!schreibt Robert Matthies in seiner taz- Kritik.

Beide, Samuel Beckett und Peter Hacks, sind linke Autoren. Beide beschäftigen sich in den bei uns gespielten Stücken mit Prozessen der Entfremdung, und beide tun das in höchst unterschiedlicher Form.

Während Beckett, dessen EinakterOhio ImpromptuundRockabyin der ersten Hälfte gezeigt werden, das Ende der menschlichen Beziehungen, des sozialen und biologischen Lebens, der Menschheit überhaupt in dürren, absterbenden Worten auf das Äußerste reduziert, in einer Mischung von Meditation und Hypnose gleichermaßen, so geht es in Peter HacksDie Höflichkeit der Geniesgeradezu turbulent zu: Albert Einstein, so der Plot, besucht Yehudi Menuhin- um ihm zu sagen, wie sehr ihm seine Einspielung des E- moll- Konzertes von Mendelssohn- Bartholdy gefallen habe. Da er dafür quer durch den Kontinent gefahren ist, fühlt Menuhin sich sehr geschmeichelt, während seine Schwester Hephzibah ihn bittet, da er ja Physiker sei, die Klingel zu reparieren. Beide treffen eine Absprache: Einstein repariert die Klingel, dafür spielt Menuhin ihm das geliebte Musikstück in Orchesterfassung vor

Was so leicht daherkommt, verhandelt scheinbar nebenher das Verhältnis vom Konkreten zur Abstraktion, der Hand- und Kopfarbeit, der Kunst zur Wissenschaft, den Klassenwiderspruch, die Krise der historischen Aufklärung und das Geschlechterverhältnis- gezeigt unter permanentem Missverständnis der handelnden Personen.

Dass Menuhin es dann auf dem Umweg der Ableitung seiner Relativitätstheorie schafft, die Klingel zu reparieren, dass Menuhin in seiner Überheblichkeit der Schwester gegenüber erklärt, das mit dem Geld für die Orchestermusiker sei kein Problem und das Musikstück live gespielt erklingt, ist ein den Widrigkeiten und Missverständnissen abgetrotzter Triumph.

Ein Abend, der den drohenden gesellschaftlichen Verlust voranstellt, um den im zweiten Teil gekämpft wird und der  im jeden Abend fulminant gespielten Musikstück gipfelt, jeden Abend live auf unsere Bühne gebracht, das Leben feiert und ein Fanal für die Kunst setzt.

Wie schon unsere Produktionen der letzten Jahre, so ist auch dieser Abend von der Kulturbehörde Hamburg gefördert worden. Wir freuen uns sehr darüber und bedanken uns für das entgegengebrachte Vertrauen.

Vielen Dank auch der Hochschule für Musik und Theater Hamburg für die freundliche Kooperation.